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Accompanying Evaluation of the Impact Analysis 2002 of the Policy Program SwissEnergy

Begleitende Evaluation der Wirkungsanalyse 2002 von EnergieSchweiz

Investigators
Eberhard Jochem, Bernard Aebischer

Partner
INFRAS

Time Frame
1/2003 - 7/2003

Funding
Swiss Federal Office of Energy (SFOE)

Abstract
Progress of the energy programme SwissEnergy aiming at reducing CO2-emissions by 10% relative to 1990 and stabilizing electricity demand until 2010 is annually evaluated by Infras, a consulting company in Zurich. On behalf of the SFOE, CEPE is reviewing and accompanying the impact analysis 2002 of Infras. Weak points are highlighted and improvements proposed.

Contents:

1 English Summary

2 Project Description

3 Results

4 Publications

5 Presentations

 

1 English Summary

Infras evaluates the impact on energy (savings and production of new renewable energy forms), on emissions of pollutants and CO2, and on employment. In most cases a bottom-up approach is chosen and results for individual measures and projects are given. Costs associated with these activities are known or estimated and a benchmarking of cost-effectiveness of the different measures is presented.

This approach is associated with important uncertainties due to the difficulty to define a base case evolution (without SwissEnergy), due to double accounting, and due to neglecting measures for which no quantification was possible. Overall, the energy impact seems to be overestimated.

The impact on emissions is evaluated on an overall (LCA) base, including emission reductions in countries outside Switzerland, thus leading easily to misinterpretations when comparing this impact to emissions of pollutants and CO2 inside Switzerland.

Benchmarking of cost effectiveness is done in terms of monetary input per unit of energy saved or produced, without differentiating the values of the energy carriers. Furthermore, all projects are taken together showing differences in effectiveness of up to two order of magnitudes between organisational measures, measures associated with mature technologies and those for new renewable energy production technologies and innovative conservation technologies.

State of the art methods are used by Infras to evaluate the impact on employment. But this static approach does not consider longer term aspects due to possible comparative advantages associated with a general acceleration of innovation induced by SwissEnergy.

Recommendations of different nature are made, leading from embedding the impact analysis in a general evaluation concept based on an innovation- and technology-policy concept to the more transparent presentation of separate benchmarking between mature and innovative technologies in terms of investments to saved/produced energy expressed in monetary units.



2 Project Description (in German)


Ausgangslage

Im Auftrag des Bundesamtes für Energie analysiert Infras jährlich die Wirkungen der freiwilligen Massnahmen und der Förderaktivitäten von EnergieSchweiz auf Energie, Beschäftigung und Umwelt und setzt die Programmkosten ins Verhältnis zu den energetischen Wirkungen (Infras, 2003). Die Ergebnisse werden jeweils im Frühsommer im Jahresbericht von EnergieSchweiz publiziert. Das methodische Vorgehen wurde von Infras Mitte der neunziger Jahre entwickelt und seither stetig verbessert und der Entwicklung der Energieprogramme angepasst.

Die Wirkungsanalysen haben verschiedene Funktionen. Primär sind dies:

  • Führungsinstrument/Controlling für Programmleitung,

  • Information für das BFE, die Kantone und die übrigen Partner von Energie Schweiz mit dem Ziel, Verbesserungsmöglichkeiten einzelner Massnahmen zu identifizieren, und für Politiker in Bund und den Kantonen,

  • Orientierung der Medien, der Fach-Öffentlichkeit und Politiker (Bund und Kantone) und Promotion von EnergieSchweiz im Bewusstsein der einzelnen Zielgruppen und Technologieanbieter sowie

  • Inputs für weitere Studien, z.B. Analyse der jährlichen Energieverbrauchsänderung in der Schweiz, Ex-Post Analyse (Kirchner und Limbers, 2003) sowie perspektivische Arbeiten mit Policy-Charakter.

Zielsetzung

In der vorliegenden Arbeit sollen in Form einer begleitenden Evaluation und in Zusammenarbeit mit den Sachbearbeitern von Infras folgende Ziele verfolgt werden:

  • das von Infras gewählte Vorgehen zur Quantifizierung der energetischen, emissions- und beschäftigungsseitigen Wirkung der freiwilligen Massnahmen und der Fördermassnahmen soll primär bezüglich der folgenden Fragestellungen analysiert werden:

    • Modellansatz für die Quantifizierung der energetischen und beschäftigungswirksamen Wirkungen und Hochrechnung

    • Qualität/Aussagekraft der Wirkungsanalyse

  • es sollen Möglichkeiten zur Verbesserungen geprüft und Vorschläge gemacht werden für zukünftige vertiefte Analysen von einzelnen Bereichen/Massnahmen/Aktionen, die zu längerfristig realisierbaren Verbesserungen führen könnten.



3 Results (in German)


Energetische Wirkung

Die Wirkungsanalyse von Infras liefert jedes Jahr eine quantitative Aussage zur Wirkung einer Vielzahl von Produkten und Massnahmen von EnergieSchweiz. Die Vergleiche (Benchmarking) von verschiedenen Produkten und Massnahmen sind auf der operativen Ebene im Sinne eines Controllings wichtig. Für diesen Vergleich als Indikator die energetische Wirkung und die daraus abgeleitete Kostenwirksamkeit zu verwenden ist sicher sehr sinnvoll und zeugt von einem hochstehenden Controlling-Konzept. Andererseits darf nicht übersehen werden, dass die quantitativen Aussagen zur energetischen Wirkung von vielen Massnahmen und Produkten mit grossen Unsicherheiten behaftet sind.

Zusammen mit Infras wurden die Wirkungsanalyse der 15 Produkte mit der höchsten ausgewiesenen energetischen Wirkung anhand von Kriterien, die aus der Evaluations- und Innovationstheorie entnommen sind, beurteilt und charakterisiert. Ergänzend wurden drei Produkte (energho, Grossverbraucher des Bundes und Minergie) etwas detaillierter untersucht. Daraus lassen sich einige generelle Aussagen zur Vorgehensweise und zu den Ergebnissen machen:

  • Eher pessimistische Annahmen zur Referenzentwicklung (ohne EnergieSchweiz) und die meistens vernachlässigten Mitnahmeeffekt dürften zu einer Überschätzung der energetischen Wirkung führen.

  • In die gleiche Richtung weisen die gleichzeitig mehreren Produkten gutgeschriebenen Wirkungen (Doppelzählungen).

  • Andererseits gibt es aber auch energetische Wirkungen von EnergieSchweiz, die nirgends berücksichtigt sind. Nicht für alle Produkte und Aktivitäten wird eine energetische Wirkung ausgewiesen und für gewisse Produkte sind nicht alle Aktivitäten berücksichtigt.

  • Vernachlässigt wird auch der Imitationseffekt, wobei dessen energetische Wirkung bei erst kürzlich ergriffenen Massnahmen wahrscheinlich sehr viel kleiner ist als die Wirkung des Mitnahmeeffekts.

Die insgesamt ausgewiesene energetische Wirkung von EnergieSchweiz liegt im Vergleich mit der totalen (autonomen, gesetzlich induzierten und freiwilligen) Effizienzverbesserung der Ex-Post-Analyse in einer Grössenordnung, die für die Brenn- und Treibstoffe nicht unplausibel ist. Eher unwahrscheinlich erscheinen aus dieser Sicht aber die für den Stromverbrauch im Marktbereich Öffentliche Hand und Gebäude ausgewiesenen Einsparungen. Für die erneuerbaren Energien scheint ebenfalls eher eine Überschätzung der Wirkung von EnergieSchweiz vorzuliegen.

Emissionen

Bei den Wirkungsanalysen zu den Veränderungen der Emissionen werden alle vorgelagerten Prozesse der Energiekette miteinbezogen. Dies ist zwar aus globaler Sicht sachgerecht und lobenswert, führt aber zu schwer wiegenden Missinterpretationen beim eiligen oder nicht gut informierten Leser, wenn er diese global veränderten Emissionen der Energiekette lediglich auf die gesamtschweizerischen Emissionen bezieht. Hinzu kommt die Darstellungsweise in der kumulierten Form über die Lebensdauer und nicht als jährliche Emissionsminderungen, was das Verständnis weiterhin erschwert.

Angaben zum Nutzen der Emissionsreduktionen in monetären Einheiten werden keine gemacht. Eine solche Umrechnung könnte aber nützlich sein, denn der volkswirtschaftliche Nutzen der vermiedenen Emissionen liegt in der gleichen Grössenordnung wie die Netto-Kosten der ausgelösten Investitionen.

Kostenwirksamkeit

Der Bericht von Infras unterscheidet drei Kosten-Wirksamkeits-Indikatoren, zwei davon aus der Sicht der Programmeffizienz (aus der Sicht der Aufwendungen von EnergieSchweiz einerseits sowie der Summe der Programmkosten von EnergieSchweiz und der Kantone andererseits) und eine aus der Sicht der Massnahmen-Effizienz insgesamt, indem die insgesamt eingesetzten öffentlichen und privaten Mittel den jeweils gesamten energetischen Wirkungen über der Lebensdauer der Massnahmen gegenübergestellt werden.

Die Werte der Indikatoren zur Fördereffizienz bzw. zur gesamtwirtschaftlichen Effizienz der Massnahmen variieren über mehr als zwei Grössenordnungen, so dass sich der Leser fragen muss, wie er derartige grosse Unterschiede zu bewerten hat.

Eine Aufteilung der drei Kosten-Nutzen-Indikatoren nach den zwei Kategorien Energieeffizienz und erneuerbare Energien/neue Technologien dürfte eine Entscheidung erleichtern, einzelne Produkte (Massnahmen) auf die Verbesserungsfähigkeit ihrer Fördereffizienz zu prüfen oder mit besserer Begründung Prioritäten und Posterioritäten in Zeiten finanzieller Engpässe und/oder schnellerer Zielerreichung im Rahmen des CO2-Gesetzes setzen zu können.

Beschäftigungswirkung

Mittels eines partialanalytischen Schätzmodells rechnet Infras jährlich die Beschäftigungswirkungen von EnergieSchweiz anhand der ermittelten energetischen Wirkungen und der dazu erforderlichen Investitionen und sonstiger Aufwendungen.

Die resultierenden positiven Netto-Beschäftigungswirkungen erfolgen in jenen Wirtschaftsbereichen, wo die Energieeffizienz produziert bzw. bisher genutzt wird, sowie in einigen Dienstleistungsbereichen wie Planung, Finanzierung, Wartung und Instandhaltung.

Allerdings weist die Infras-Analyse auf zwei Qualitäten dieser Beschäftigungswirkungen nicht hin, die für die Würdigung dieser Zahlen von Bedeutung sind:

  • Die Beschäftigungswirkungen sind regional sehr breit gestreut.

  • Die Beschäftigungswirkungen erfolgen zu sehr hohen Anteilen in der Investitionsphase, d.h. zu Beginn der Energieeinsparung bzw. der Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Energiequellen.

Wenngleich die Abschätzung der Beschäftigungswirkungen nach der von Infras durchgeführten Methode den "Stand der Technik" der Modellierung ökonomischer Wirkungen reflektiert, so bleiben analytisch einige Folgewirkungen auf die Beschäftigung ausgeschlossen, weil sie entweder (noch) nicht modellierbar sind oder nur in groben Umrissen quantifizierbar wären.

Eine Energie- und Klimapolitik muss heute als Teil einer Innovations- und Wirtschaftspolitik verstanden werden, die den gesamten Kapitalstock eines Landes zu erheblich höherer Ressourceneffizienz bringen muss. Hierbei kann ein Hochtechnologieland wie die Schweiz Pioniergewinne in den neuen Märkten realisieren.

Empfehlungen

Insgesamt haben die Autoren den Eindruck, dass die Daten des Programms EnergieSchweiz etwas isoliert in ihren Einzelwirkungen dargestellt sind, so dass eine vergleichende Bewertung der Produkte und die Möglichkeit der Identifizierung von Verbesserungsmöglichkeiten oder Priorisierung erschwert sind. Die vorhandenen Ergebnisse könnten zum Zwecke der strategischen Programmsteuerung noch besser dargestellt werden. Die Autoren meinen auch, dass ein innovations- und technologiepolitik-theoretisch basiertes Konzept deutlicher zur Darstellung der Evaluationsergebnisse genutzt werden könnte.

Methoden, Konzepte, Daten

Den einzelnen Produkt- bzw. Teilprogrammleitern steht kein stringentes und gemeinsames Evaluationsraster und -verständnis zur Seite, das grundlegende Elemente einer Evaluation enthält. Einem derartigen systematischen Vorgehen mögen zwar im Einzelfall methodische, statistische oder datenmässige Schwierigkeiten und Mängel entgegenstehen, aber ein einheitliches methodisches Konzept, das hiermit für die Datenerhebung empfohlen wird, hat auch den Vorteil, erkannte Mängel der Datengewinnung oder -verarbeitung in Zukunft zu vermindern.

Bisher hat die Evaluation der einzelnen Produkte einen eher statischen Beurteilungsstandpunkt im Sinne eines produktorientierten jährlichen Rechenschaftsberichtes, dessen Ergebnisse jährlich summiert werden, nicht aber eine dynamische Konzeption.

Aus den o.g. Gründen erscheint es sinnvoll, in einem (vielleicht) mehrjährigen Rhythmus die Wirkungsanalyse auch in dem Kontext der jeweiligen Zielgruppen und Technologieentwicklungen durchzuführen, um Änderungen der Produkte oder Programme zu erwägen und damit ihre Gesamtwirkungseffizienz zu verbessern. In diesem Zusammenhang wird auch empfohlen, die jeweilige evaluierte Massnahme graphisch in einem Produktzyklus-Diagramm zu verorten, das möglichst die relevanten Hemmnisse, Chancen und Policy-Möglichkeiten enthält.

Energetische Wirkung

Eine Schwachstelle der heutigen Wirkungsanalyse besteht sicher darin, dass für die einzelnen Produkte nicht systematisch eine möglichst empirisch abgestützte Referenzentwicklung (ohne EnergieSchweiz) definiert wird. Obwohl die Festlegung einer Referenzentwicklung schwierig und eine empirische Abstützung nicht immer möglich sein kann, empfehlen wir in jedem Fall eine solche Quantifizierung. Dazu müsste Infras die Vorgaben für die Produktverantwortlichen präzisieren und verschärfen und deren Instruktion verbessern.

Der Auftragnehmer der Wirkungsanalyse ist andererseits eindeutig für die Verbesserung der Behandlung von möglichen Doppelzählungen zuständig. Es könnte sein, dass dieser Prozess dazu führt, von der Analyse einzelner Massnahmen abzusehen und anstelle die Wirkung (und Kosten-Wirksamkeit) von Massnahmenbündeln zu analysieren.

Überdacht werden sollten sicher auch einige Wirkungsmodelle, wobei insbesondere auf "Selbstläufer" zu achten wäre. Damit eng verwandt ist die Frage nach der Bedeutung des Imitationseffekts. Obwohl dieser Effekt bei Produkten, die erst kürzlich eingeführt wurden oder die sich noch in der Inkubationsphase befinden, wahrscheinlich vernachlässigt werden können und den Mitnehmereffekt nicht aufwiegt, kann er längerfristig eine wichtige Rolle spielen.

Im gegenwärtigen Bericht zur Wirkungsanalyse fehlt in unseren Augen der Bezug zum gesamtenergiewirtschaftlichen Kontext. Neben einer effizienteren Nutzung der Wirkungsanalyse kann damit eine gewisse Plausibilisierung (oder eben nicht) der Ergebnisse der Wirkungsanalyse erfolgen.

Emissionen

Da die von Infras benutzten spezifischen Emissionswerte nicht mehr ganz aktuell sind und die Analyse nicht zwischen inländischen und ausländisch verursachten Emissionen unterscheidet, empfehlen wir, die Analysen für 2003 mit aktualisierten spezifischen Emissionen der gesamten Energiekette durchzuführen und jeweils beide Emissionswerte (inländische und globale Werte) getrennt auszuweisen.

Dies hätte auch den Vorteil, die inländisch vermiedenen Emissionen als vermiedene externe Kosten für die Schweiz bzw. die Nachbarländer (jeweils etwa rd. 50 %) in monetären Einheiten auszuweisen und sie auch in einem weiteren Kosten-Nutzen-Indikator in die Gesamtbewertung aus Sicht der nachhaltigen Entwicklung integrieren zu können.

Kostenwirksamkeit und Beschäftigung

Bei der Darstellung der Fördereffizienz durch die Kosten-Wirksamkeits-Indikatoren empfehlen die Autoren sowohl die Trennung nach Massnahmen zur Energieeffizienz einerseits bzw. zur Nutzung erneuerbarer Energien und neuer Technologien andererseits als auch die Bewertung der eingesparten/produzierten Energiemengen durch Energiemarktpreise der jeweiligen Zielgruppen.

Damit hätte man eine klare Gruppierung nach den zwei zentralen Förderzielen sowie die Möglichkeit, eine Kosten-Nutzen-Relation auszuweisen, die den höheren Wert der verschiedenen Energieträger wie z.B. Elektrizität, Treibstoffe und Wärme gegenüber den Brennstoffen und auch die Preissituation einzelner Energieverbrauchsgruppen (Haushalte, Dienstleistungen, Industrie) für die energetische Wirkung in Rechnung stellt.

Die positiven Aspekte der Netto-Beschäftigungsgewinne mit ihrer guten räumlichen Verteilung und ihrer zeitlichen Verlagerung auf den Investitionszeitpunkt sollten bei den Beschäftigungswirkungen mit genannt werden.



4 Publications

Eberhard Jochem und Bernard Aebischer. Begleitende Evaluation der Wirkungsanalyse 2002 von EnergieSchweiz (Accompanying Evaluation of the Impact Analysis 2002 of the Policy Program SwissEnergy; in German), Swiss Federal Office of Energy (SFOE), Berne, September 2003 [pdf, 955 kB]



5 Presentations

 



 

© 2000- , CEPE - Centre for Energy Policy and Economics, ETH Zürich
Last modified: 17.08.2005   Author: Webteam