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Deregulation of the Swiss Electricity Industry by a Pool Model

Ein Pool-Modell zur Deregulierung der schweizerischen Elektrizitätswirtschaft

Investigators
Massimo Filippini, Jörg Wild

Time Frame
1997 - 2000

Funding
Independent research project

Abstract
During the next several years, a stepwise liberalization of the Swiss electricity industry is planned. The current proposal stipulates a regulated third party access model. In accordance with the international experiences, we suggest a pool model to increase the efficiency of the future Swiss electricity market.

Contents:

1 English Summary

2 Project Description

3 Results

4 Publications

5 Presentations

 

1 English Summary

During the next several years, a stepwise liberalization of the Swiss electricity industry is planned. The current proposal stipulates a regulated third party access model. In accordance with the international experiences, we suggest a pool model to increase the efficiency of the future Swiss electricity market.

  • The fundamental elements of the suggested pool model are:

  • Nondiscriminatory access to the grid for all producers, trades, distributors and consumers.

  • Unbundling of generation, transmission, distribution and sales.

  • Foundation of an independent transmission grid operator ("pool company")

  • Creation of open and transparent markets for electricity trading (power exchanges)

We belief that a pool model will lead to efficiency improvements on the supply side and is the prerequisite for real choice for all consumers on the demand side.


 

2 Project Description

Die Europäische Union hat eine schrittweise Öffnung der Elektrizitätsmärkte beschlossen. Die einzelnen Mitgliedstaaten haben bezüglich der konkreten Ausgestaltung der Marktöffnung weitgehend freie Hand, wobei zwei Deregulierungsmodelle hauptsächlich diskutiert werden:

  • Freier Netzzugang auf Vertragsbasis (Negotiated Third Party Access): Netzbesitzer müssen berechtigten Verbrauchern und Produzenten ihr Netz für Stromdurchleitungen (gegen eine Gebühr) zur Verfügung stellen, wenn freie Kapazitäten vorhanden sind.

  • Alleinabnehmer (Single Buyer): Für jede Region wird eine Gesellschaft bestimmt, die als Monopolist für den Betrieb des Übertragungsnetzes und den Kauf und Weiterverkauf von Strom (zu offiziellen, veröffentlichten Preisen) zuständig ist. Der Single Buyer muss berechtigten Konsumenten, die Verträge mit unabhängigen Produzenten abschliessen, Zugang zum Netz gewähren.

Auch in der Schweiz soll der Elektrizitätssektor im Gleichschritt mit der EU geöffnet werden. In der aktuellen Diskussion stehen ebenfalls die beiden genannten Modelle im Vordergrund.

Beide Modelle weisen aus ökonomischer Sicht Nachteile auf: Der Alleinabnehmer kann eine starke Monopolmacht ausüben, auch für berechtigte Kunden dürfte es deshalb schwierig sein, ihren Marktzugang durchzusetzen. Aufgrund des nicht existierenden Wettbewerbs auf Verteilstufe, besteht die Gefahr von Quersubventionen zulasten der Kleinverbraucher. Besitzt der Single Buyer gar eigene Kraftwerke, kann er Preisdiskriminierung zugunsten seiner eigenen Werke betreiben, und der "Wettbewerb" wird vollends zur Farce.

Auch das TPA-Modell hat verschiedene Nachteile. So ist das Problem der Netzexternalitäten (Loop-Flow-Effekte) nicht gelöst, was zu Kapazitätsproblemen im Übertragungsnetz führen kann. Fehlende Preistransparenz führt zu hohen Informations- und Transaktionskosten und durch das Vorschieben von Kapazitätsengpässen kann der Netzzugang behindert werden.

Es erstaunt deshalb nicht, dass sich die meisten Länder, die bereits eine Marktöffnung durchgeführt haben (z.B. England, Norwegen und Neuseeland), für ein anderes Modell, das sogenannte Pool-Modell, entschieden haben.

Ziel der Untersuchung ist es, einen Vorschlag für ein Pool-Modell zur Deregulierung der schweizerischen Elektrizitätswirtschaft zu formulieren.


 

3 Results

Wir schlagen ein Pool-Modell für die Deregulierung der schweizerischen Elektrizitätswirtschaft vor, das sich durch die folgenden Grundpfeiler charakterisieren:

  • Freier Zugang zum Netz ohne Einschränkungen für alle Produzenten, Händler (Broker), Verteilgesellschaften und Verbraucher (vollständige Marktöffnung)

  • Entflechtung der Stufen Produktion, Übertragung und Verteilung (Unbundling).

  • Gründung einer unabhängigen Übertragungsnetz-Gesellschaft (Pool-Gesellschaft)

  • Schaffung von offenen und transparenten Märkten für den Stromhandel (Elektrizitätsbörse)

Kernelement des Pool-Modells ist eine Pool-Gesellschaft, die für das gesamte Übertragungsnetz, das System-Operating und die Organisation einer Elektrizitätsbörse verantwortlich ist. Durch den freien Zugang zum Netz und zur Börse wird Konkurrenz auf der Produktions- und Verteilungsebene eingeführt. Die Verbraucher verfügen somit über verschiedene Alternativen bei der Beschaffung von Elektrizität.

Wir glauben, dass ein solches Modell zu Effizienzverbesserungen auf der Angebotsseite und zu echter Wahlfreiheit für alle Nachfrager führen wird. Die Erfahrungen in anderen Ländern haben gezeigt, dass das Pool-Modell technisch realisierbar und ökonomisch effizient ist. Allerdings kann eine abschliessende Beurteilung der verschiedenen diskutierten Modelle erst vorgenommen werden, wenn durch eine quantitative Kosten-Nutzen-Analyse die Vor- und Nachteile der einzelnen Modelle gegeneinander abgewogen worden sind.


 

4 Publications

  • Filippini, M. and Wild, J., 1998, Wettbewerb im Elektrizitätsmarkt. Ein Pool-Modell für die Schweiz. In: Verband Aargauischer Stromkonsumenten (Hrsg.), 75 Jahre VAS, Rückblicke, Standpunkte, Ausblicke, Brugg: VAS, 75-79.

  • Filippini, M., Wild, J., 1998, Wie schafft man Wettbewerb am Strommarkt? Vernachlässigte Aspekte der schweizerischen Marktöffnung. Neue Zürcher Zeitung Nr. 6.

  • Filippini, M. and Wild, J., 1997, Ein Pool-Modell für die schweizerische Elektrizitätswirtschaft, Working Paper 9701 of the Socioeconomic Institute, University of Zurich. [pdf]


 

5 Presentations

  • Filippini, M.: La déréglementation du secteur éléctrique conference at the Economics Department, University of Geneva, Juni 2000.

  • Wild, J.: Energiewirtschaft im Umbruch: Liberalisierung des Strom- und Gasmarktes, Veranstaltung des Forum 21 Illnau-Effretikon "Liberalisierung und Besteuerung des Energiemarktes", Effretikon, 19. Juni 2000.

  • Filippini, M.: Die Deregulierung des schweizerischen Elektrizitätssektors, conference for the Rotary Club, Zurich, April 2000.

  • Filippini, M.: Die Deregulierung des schweizerischen Elektrizitätssektors, conference for the Energieforum Schweiz, Bern, März 2000.

  • Wild, J.: Liberalisierungspolitik und Strommarktentwicklungen, Fachhochschule Aargau, Tagung "Strommarktöffnung in der Schweiz", Baden, 17 Dezember 1999.

  • Filippini, M.: La deregolamentazione del settore elettrico, conference for the Azienda Elettrica Ticinese, Lugano, Oktober 1999.

  • Filippini, M.: La deregolamentazione del settore elettrico, conference for the Banca Coop, Lugano, Oktober 1999.

  • Filippini, M.: La deregolamentazione del settore elettrico, conference at a seminar of the Centro di studi bancari, Lugano, September 1999.

  • Filippini, M.: Die Deregulierung des schweizerischen Elektrizitätssektors, conference at a seminar of the Energie Stiftung, Bern, Juni 1999.

  • Wild, J.: Die Liberalisierung der Elektrizitätsmärkte und ihre Folgen, ETH Zürich, Doktorandenstudium, Zürich, 26 März 1999.


 

 

© 2000- , CEPE - Centre for Energy Policy and Economics, ETH Zürich
Last modified: 08.01.2004   Author: Webteam