PROJECTS
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Marginal Costs of additional Energy Efficiency Measures in Residential Buildings

Grenzkosten bei forcierten Energie-Effizienzmassnahmen im Bereich Wohngebäude

Investigators
Eberhard Jochem, Martin Jakob

Partner
Paul Scherrer Institut (main contractor)
Architektur und Baurealisation Prof. Paul Meyer-Meierling ETHZ
Schweizerischer Fachverband für hinterlüftete Fassaden (SFHF)
Schweizerischer Verband für Dach und Wand (SVDW)
Hochschule für Technik und Architektur Luzern (HTA)
Schweizerische Vereinigung für Bauökonomie (AEC)


Time Frame
1/2001- 5/2002

Funding
Swiss Federal Office of Energy  (BFE)
Programm Energiewirtschaftliche Grundlagen (EWG)

Abstract
The goal was to determine empirically the marginal costs of enforced energy efficiency measures in existing and in new residential buildings for today and the next 10 to 30 years. The dynamics of the cost development and additional benefits of energy efficiency measures was part of the scope as well. The results will be used in energy economic models and will be useful for building facility management or for the design efficient policy measures.


A project extension empirically determines the past renewal activities of buildings in the Swiss Residential Sector.


Contents:

1 English Summary

2 Project Description

3 Results

4 Publications

5 Presentations

 

1 English Summary

The goal was to determine empirically the marginal costs of enforced energy efficiency measures in residential buildings. The results will be used in energy economy models and will be useful in the real estate sector for the building facility management or to design efficient policy measures.
For existing and for new buildings the costs and energy effect of the main space heating efficiency measures were empirically determined. These measures include additional insulation, better windows, controlled air renewal, architectural concepts including use of solar energy, improvement of heating systems etc. To determine the costs the existing and new building are categorized and a catalog of construction measures was established. Up to date account methods were applied or new standardized methods were developed. The energy effect of these measures were calculated by a physics of building simulation model that is able to take into account passive use of solar energy. For new buildings new architectural and constructional concepts were assessed regarding their energetic and economical performance. Besides the costs and the energetic benefit additional benefits of energy efficiency measures such as improved comfort of living, better protection against noise etc. are characterized and methods for their monetarisation were developed.
Both the today's and the situation in 10 to 30 years is assessed. For the latter the dynamics of the technical-economic parameters and new construction concepts and materials was taken into account. To determine the potential dynamics of the costs the method of technological learning was applied.
The costs and benefits are presented in a differentiated and transparent way to reflect first the diversity of the buildings and the potential efficiency measures and second to enable to correct for future insights or different assumptions (discount rate, economic life time). This makes it necessary to develop a consistent method of cost assessement.



2 Project Description (in German)

 

Ziel des Projekts war es, den Grenzkostenverlauf bei zusätzlichen Energie-Effizienzinvestitionen in Wohngebäuden zu bestimmen, und zwar für den heutigen Zeitpunkt sowie für den Zeitraum der kommenden zwanzig bis dreissig Jahre. Dieser soll als Grundlage für die Simulation möglicher Realisierungspfade der Energieeffizienzpotenziale in energiewirtschaftlichen Modellen dienen sowie für energie- und klimapolitische Massnahmen der Verwaltung oder als Informationsbasis für die Immobilienbranche genutzt werden können. Ein zentrales Ziel des Projekts ist dabei, diesen Grenzkostenverlauf für zusätzliche Energieeffizienzinvestitionen (Wärmedämmung, Fenster, Lüftung, Heizung) empirisch breit und repräsentativ abzustützen und die Unsicherheiten der heutigen diesbezüglichen Kosteninformationen zu verringern. Der neueste Stand der technisch verfügbaren Möglichkeiten, der Baukonzeption und -durchführung soll dabei wiedergegeben werden. Dabei kommen neuste Berechnungsverfahren zur Kostenermittlung zur Anwendung. Auf diese Weise soll auch erreicht werden, dass neben dem Bedarf energiewirtschaftlicher Analysen die Akteure des Immobilienmarktes einen genaueren Einblick in diese Kosten- und Nutzenzusammenhänge erhalten und nach Möglichkeit für eine differenzierte Information ihres Zielpublikums nutzen können.


Die neuen Technologien, Werkstoffe, Bearbeitungsverfahren und Baukonzepte, die künftig im Bereich Gebäudehülle oder Heiztechnik zur Anwendung kommen könnten, werden hinsichtlich der zum Teil erheblichen Lernpotenziale oder den Potenzialen der Serienfertigung und der damit möglichen Kostenreduktionen untersucht, da diese in den kommenden 10 bis 20 Jahren von erheblicher energiewirtschaftlicher und klimapolitischer Bedeutung sein könnten. Schließlich haben zusätzliche Energieeffizienzinvestitionen an Wohngebäuden häufig nicht nur einen energetischen Nutzen, sondern auch andere begleitende Nutzen (Co-Benefits), die für die Akzeptanz der Investitionsmaßnahmen eine wichtige Rolle spielen können (z. B. höherer Wohn- und Bedienungskomfort, Lärmschutz, zusätzliche Sicherheit). Auch hier liegen nur in Ansätzen monetarisierte Werte dieser Co-Benefits vor, um eine gesamtheitliche Bewertung bei energiewirtschaftlichen Analysen und im Immobilienmarkt zu ermöglichen. Die Kosten (und Nutzen) sollen so differenziert und transparent dargestellt sein, dass sie einerseits die Vielfalt bestehender Gebäude und möglicher Energieeffizienz-Investitionen und Baukonzepte reflektieren, andererseits für neue Erkenntnisse zu Einzelkosten (oder Einzelnutzen) oder für veränderte Annahmen (Zinssatz, Abschreibungsdauer) entsprechende Korrekturen ermöglichen. Dies bedeutet die Entwicklung einer möglichst standardisierten und flexiblen Kostenberechnungsmethodik.



3 Results

 

Durchgeführte Arbeiten und erreichte Ergebnisse

Es wurde ein Projektkonzept zu einigen Punkten zu den empirischen Erhebungen erarbeitet [1] und der Gebäudebestand wurde hinsichtlich der energetischen Aspekte und der Kosten der energetischen Effizienzmassnahmen gegliedert [2]. Erste grobe Erhebungsresultate wurden zuhanden der Projektbegleitgruppe in einem Inputpapier festgehalten [3] und bestimmten die weiteren Erhebungen bei Herstellern, Bauökonomen und Bauunternehmen mit. Die Erhebungen, deren Auswertung und Interpretation wurden im Entwurf des Schlussberichts beschrieben und dokumentiert [4].


Mittels Direkterhebungen bei Unternehmen wurden Preisinformationen zu Fassaden- und Dachdämmungen in Funktion der Dämmstärke, Glas- und Fensterpreisen in Funktion der energietechnischen Kennwerte sowie von Lüftungsanlagen in Funktion ihres Typs und der energetischen und lüftungstechnischen Effizienz erhoben, und zwar für den Anwendungsfall Neubau und Gebäudeerneuerung, siehe dazu als Beispiel in Abbildung 1 die Mehrkosten der hinterlüfteten Fassaden in Funktion zunehmender Dämmstärken.



Abbildung  1  Mehrinvestitionskosten der kleinformatigen Faserzementfassade gegenüber der Referenzdämmstärke 12 cm


Gemäss der in [4] beschriebenen Methodik zur Bestimmung der Grenzkosten mit Preisstand 2001 wurden hierauf

  • die energetische Wirkung der einzelnen (vorwiegend baulichen) Effizienzmassnahmen bestimmt,

  • die Investitionskosten mittels Annuitätenmethode in Jahreskosten umgerechnet,

  • daraus die Grenzkosten des sukzessive verminderten Nutzenergiebedarfs bestimmt und

  • einzelne investive Massnahmen aufgrund ihrer spezifischen Grenzkosten zu Massnahmenbündeln zusammengefasst

Einen entscheidenden Einfluss auf die spezifischen Grenzkosten hat die Definition des Referenzfalls sowie die angewendete Berechnungsmethodik.

Energetische Referenzneubau- und Erneuerungsweise


Die Referenzneubauweise und das Referenzerneuerungsverhalten war einerseits bzgl. energetischer und bautechnischer Merkmale auf Ebene Bauteil/Gebäude für typische Fälle zu charakterisieren und andererseits war die quantitative Relevanz, also der gesamtschweizerische Häufigkeit dieser Fälle zu bestimmen. Dazu wurden nebst dem Zurückgreifen auf bestehende Publikationen und Statistiken auch Primärerhebungen durchgeführt. Namentlich wurden Energienachweise bei Bauverwaltungen und das Lärmprogramm des Kantons ZH ausgewertet, um für Parameter wie spezifische Energiebedarfe oder Gebäudehüllenziffern nicht nur einen Durchschnittswert, sondern auch eine Verteilung zu erhalten. Im Bereich der bestehenden Gebäude konnten ausserdem Informationen über bauphysikalische Problemfälle und Risiken, die mit einer Gebäudeerneuerung verbunden sein könnten, gewonnen werden.


Folgende Referenzfälle werden als relevant betrachtet:

  • Neubau: die aktuellen energetischen Vorschriften bzgl. Wärmebedarf der Gebäude

  • Erneuerung: zwei Referenzfälle: 1. Instandsetzung (z.B. Putzerneuerung/Fassadenanstrich); 2. energetische Erneuerung (z.B. Fassadendämmung 12 cm).

  • Bauteile: Wanddämmungen: 0 cm bzw. rund 12 cm Dämmstärke, Dachdämmungen rund 14 cm Dämmstärke,Fenster:  U–WertGlas  = 1.1 W/m2K, U–WerteRahmenHolz = 1.4 W/m2K, U–WerteKunststoff = 1.6 W/m2K

Wirtschaftlichkeitsrechnungen

Methodisch wurde eine Diskussion über die Eignung der verschiedenen Methoden zur Bestimmung der Grenzkosten geführt, wobei man sich auf die dynamischen Methoden beschränkte. Näher betrachtet wurde die Annuitätenmethode und die Kapitalwertbetrachtung. Zunehmend kommt in der Gebäudewirtschaft die Methode des Discounted Cashflows zu Anwendung. Um diese anwenden zu können, müsste jedoch eine Vielfalt von Angaben zu den Kapitalflüssen der Objekte vorhanden sein, welche repräsentativ zu erheben in diesem Projekt nicht möglich war. Zur Anwendung gelangt im Projekt schliesslich die Annuitätenmethode, wobei die Grenzkosten nach zwei Ansätzen berechnet wurden.

  • Durchschnittskostenansatz (Mehrkosten und -nutzen gegenüber der Referenzneubau bzw. Erneuerungsweise) für Gebäudebesitzer, Immobilienbesitzer und Liegenschaftsverwaltungen,

  • reiner Grenzkostenansatz (Mehrkosten und -nutzen gegenüber dem vorangegangenen Effizienzlevel) für die gesamtwirtschaftliche Betrachtung und für energiewirtschaftliche Modelle


Zur Illustration der in diesem Projekt erarbeiteten Resultate sind in Abbildung 2 die Grenzkosten nach dem Durchschnittskostenansatz für verschiedene Bauteile dargestellt.


Abbildung  2  Zusammenfassende Darstellung der Brutto-Grenzkosten (Durchschnittskostenansatz) für Erneuerungen (Referenzfall: heute übliche energetische Erneuerungen)


Es zeigt sich, dass der Verlauf der Durchschnittskosten der verminderten Nutzenergie für die meisten opaken Bauteile in etwa gleich ist, d.h. dass pro kWhNE, die sich pro m2 des betreffenden Bauteils vermindern lässt, mit etwa gleich hohen Kosten zu rechnen ist. Differenzierter sind die Fenster zu betrachten, wo nebst der Verringerung der Transmissionsverluste die energetischen solaren Gewinne mitberücksichtigt werden müssen, so dass sich je nach Orientierung, Verschattung und g-Wert für Fenster mit einem bestimmten U-Wert sehr unterschiedliche Grenzkosten ergeben. Die Werte für die Fenster in Abbildung 2 sollen dies illustrieren, stehen jedoch nicht repräsentativ für die gesamte Schweiz oder für eine optimale Strategie.


Nutzen der vermiedenen Wärmekosten sowie der Co-Benefits


Die oben dargestellten Kosten der Brutto-Grenzkosten des verminderten Nutzenergiebedarfs sind den Grenzkosten der vermiedenen Wärmeerzeugung und Verteilung sowie den Co-Benefits gegenüberzustellen. Die ersteren setzen sich aus folgenden Komponenten zusammen

  • Vermiedene Energiekosten (Energiepreis dividiert durch den jährlichen Nutzungsgrad)

  • Vermiedene Unterhaltskosten

  • Vermiedene Investitions- bzw. Kapitalkosten der Wärmeerzeugung und -verteilung

Aufgrund der langen Lebensdauer der Effizienzinvestitionen sind bei den Energiekosten mögliche Risiken der Energiepreissteigerung (einschliesslich zusätzlicher Umweltsteuern, z.B. ab 2005 infolge des CO2-Gesetzes, und Zertifikatspreise, z.B. ab 2008 infolge des Kyoto-Protokolls) miteinzubeziehen. ie möglichen Co-Benefits sowie deren Möglichkeiten zur Quantifizierung sind im Entwurf des Schlussberichts dargestellt [4].


Kosten von energetischen Effizienzmassnahmen für künftige Zeiträume


Bis dato gelangte die Methode der Lern- und Erfahrungskurven vor allem im Bereich der Kraftwerke, energiewandelnden Anlagen und Geräte zur Anwendung. Im vorliegenden Projekt wurde die Methode auf den Bereich der energetischen Effizienzmassnahmen übertragen. Folgende Unterschiede zu bisherigen Anwendungsfeldern der Methode sind zu beachten:

  • Die den Lernfortschritt und die Skaleneffekte charakterisierenden Mengen (z.B. m2 Glas- oder Fensterherstellung oder Menge an Wärmedämmstoffen) sind empirisch verfügbar und ihr Einfluss auf die Kostendegression für die vergangenen drei Jahrzehnte nachvollziehbar. Die Werte der Degressionskoefffizienten bei Produktionsverdopplung liegen im üblichen Bereich zwischen 0,8 und 0,9, je nach Stand im Innovationszyklus.

  • Energetische Massnahmen (insbesondere bauliche) weisen eine vielfältige Kostenstruktur auf, Für die einzelnen Kostenkomponenten mussten unterschiedliche Deflatoren verwendet werden, um die bei den Unternehmen erhobene nominelle Preisentwicklung auf den heutigen Kostenstand umzurechnen bzw. unterschiedliche Kostenreduktionen für die Kostenschätzungen für die kommenden zwei bis drei Jahrzehnte (vgl. Abbildung 3).

  • Da die Lern- und Skaleneffekte bei einzelnen Wärmedämmmassnahmen infolge geringer Marktdurchdringung oder /und neuer Techniken (Hochleistungskerndämmung, hocheffiziente Fenster) bei weitem noch nicht ausgeschöpft sind, muss mit weiteren Kostendegressionen je vermiedene kWh Wärmeverluste in allen Gebäudebereichen gerechnet werden.


Abbildung 3  Vergangene und künftige Entwicklung der Kosten von Kompaktfassadenwärmedämmungen (Erhebungen und Berechnungen CEPE)

Energiewirtschaftliche Grenzkostenkurven für Wohngebäude in der Schweiz

Nebst den Kosten bildet die Häufigkeit der verschiedenen relevanten Referenzfälle eine wichtige Grundlage für die Berechnung der gesamtschweizerischen Grenzkostenkurven. Basierend auf dem heutigen Kenntnisstand und auf dem Mengengerüst der schweizerischen Energiebezugsflächen sowie der Flächen der einzelnen Bauteile werden die Grenzkostenkurven berechnet, wobei nach Gebäudekategorien, welche den Gebäudetyp (EFH; MFH) und die Bauperiode unterscheidet, gegliedert wird. Innerhalb der Gebäudekategorien wird, sofern notwendig, ausserdem nach der Bauweise differenziert. Im Berichtsjahr wurden die Grenzkostenkurven für die Kategorien EFH der Bauperiode 1900 bis 1960 (siehe Abbildung 4) und MFH-Neubauten berechnet. Der gesamte Heizenergiebedarf der erstgenannten Gebäudekategorie von heute rund 24 PJNE wird in der Referenzentwicklung innerhalb der nächsten 10 Jahre durch energetische Erneuerungen um rund 1,7 PJNE verringert. Bis zu Grenzkosten von rund 12 Rp/kWhNE könnte er (innerhalb der nächsten 10 Jahre) um weitere rund 2,0 PJNE vermindert werden, dies unter der Annahme, dass bei den energetischen Erneuerungen, die ohnehin durchgeführt würden, energetisch weitergehende Lösungen getroffen würden und dass ein Teil der Gebäude, die zur Instandsetzung anstehen, stattdessen auch energetisch erneuert würden (wobei angenommen wurde, dass die Summe der Menge der energetischen Erneuerungen und der Instandsetzungen nicht erhöht würde).

Abbildung 4  Aggregierte gesamtschweizerische Brutto-Grenzkostenkurve des Gebäudebestandes der EFH der Bauperiode von 1900-1960 für die Periode 2001 bis 2010 (ohne vermiedene Wärmekosten, begleitende Nutzen und vermiedene externe Kosten)


Bis zum Projektabschluss werden die Grenzkostenkurven für die übrigen Gebäudekategorien sowie für die künftigen Zeiträume berechnet werden. Zudem werden die Ergebnisse zu den Bruttogrenzkosten jenen zu vermiedenen Kosten der Wärmeerzeugung und -verteilung, den begleitenden Nutzen und den vermiedenen externen Kosten gegenübergestellt; teilsweise wird dies nur fallweise und/ oder nur qualitiativ möglich sein.
Da das Erneuerungsverhalten insbesondere spezifisch energetischer Aspekte bei Gebäudehülle in der Schweiz wenig dokumentiert und statistisch erfasst ist, wurde vom CEPE ein Ergänzungsprojekt angeregt, um das Erneuerungsverhalten quantitativ zu ermitteln [5].

 

Fazit 2001 und Ausblick 2002

Die formulierten Ziele des Projekts konnten bis Ende 2001 mit der Erstellung des Entwurfs des Schlussberichts weitgehend erreicht werden. Die erhobenen (Kosten-)daten weisen eine gute Repräsentativität auf und die Resultate der Berechnungen werden von der Begleitgruppe als plausibel und nützlich beurteilt. Als innovativ kann die Anwendung der Methode des technological learnings auf den Bereich von Effizienzmassnahmen im Gebäudebereich, insbesondere der Wärmedämmungen, Fenster und Lüftungsanlagen, bezeichnet werden.


Zu leisten bleibt 2002 die Berechnung der übrigen gesamtschweizerischen Grenzkostenkurven, die Vernehmlassung der dargestellten Daten und Berechnungen durch die Verbände und Unternehmen, welche Beiträge zum Projekt leisteten, sowie die Bereinigung des Schlussberichts.
Die Analyse von Gebäudebestand und die möglichen Wärmeschutzmassnahmen mit ihren Kostenstrukturen verdeutlicht eine Komplexität des Untersuchungsgegenstands, der in den bisherigen energiewirtschaftlichen Analysen und Modellen in hohem Masse vereinfacht wurde, so dass es auch immer wieder zu den beobachteten, klischeehaften Bewertungen kommt, Wärmedämmassnahmen seinen wenig kosteneffizient und im Gebäudebestand nur durch finanzielle Anreize in Gang zu setzen. Die Analysen legen vielmehr folgendes nahe:

  • Wärmedämmmassnahmen im Gebäudebestand mit bisher ungedämmten Fassaden, Dächern oder Kellern sind vielen Fällen rentabel, insbesondere dann, wenn der Gebäudeeigner beim Wärmepreis mögliche Energiepreissteigerungen und begleitende Nutzen in die Betrachtung miteinbezieht.

  • Aus energiewirtschaftlicher Sicht sind weitergehende Wärmedämmassnahmen kosteneffizient, weil begleitende Nutzen, vermiedene externe Kosten und zu erwartende Energiepreissteigerungen (einschliesslich Umweltsteuern und Emissionszertifikate) über die lange Nutzungsdauer von 30 bis 40 Jahren miteinbezogen werden müssen.

  • Aus volkswirtschaftlicher Sicht entstehen weitere Nutzen infolge der Substitution von Energieimporten durch inländisch erzeugte Effizienzgüter und -dienstleistungen, durch Wiederverausgabung eingesparter Energiekosten und durch zusätzlich möglich werdende Innovationen, Kostendegressionen und Exporte (politikinduzierter technischer Fortschritt) sowie zusätzliche Beschäftigung.


Die Analysen werden im März 2002 mit dem Schlussbericht abgeschlossen, es ist aber offensichtlich, dass weitere detailliertere Analysen zu den Kosten- und Ertragsrechnungen aus der Sicht der einzelnen Akteure oder zu den begleitenden Nutzen (Co-Benefits) wünschenswert sind, um die Wärmeschutzmassnahmen in Gebäuden sachgerecht bewerten zu können. Dabei sollte insbesondere auch dem Investor-/Nutzerdilemma, d.h. der Vermieter/Mieterproblematik gebührende Beachtung geschenkt werden.



 

4 Publications

  • Marginal costs, cost dynamics and co-benefits of energy efficiency investments in the residential buildings sector. Energy Policy, Invited contribution to Special Issue on the eceee 2003 Summer Study "Time to turn down energy demand" (forthcoming 2004).

  • Jakob M., Jochem E. (2003). Wärmeschutz bei Wohnbauten - Kosten und Nutzen. Publikation [pdf] (24 S.) im Auftrag des Forschungsprogramms EWG des Bundesamts für Energie (BFE, Hrsg.), November. Zu beziehen bei BBL [[www.bbl.admin.ch/bundespublikationen]], oder Infostelle Minergie (info@minergie.ch)

  • Jakob M., Jochem E. (2003). Protection thermique des bâtiments - Coûts et bénéfices. Publication en francais (24 S.) im Auftrag des Forschungsprogramms EWG des Bundesamts für Energie (BFE, Hrsg.), November. Zu beziehen bei BBL [[www.bbl.admin.ch/bundespublikationen]], oder Infostelle Minergie (info@minergie.ch)

  • Jakob M., Madlener R. (2003). Riding Down the Experience Curve for Energy-Efficient Building Envelopes: The Swiss Case for 1970-2020, International Journal of Energy Technology and Policy (IJETP), Invited contribution to Special Issue on "Experience Curves" (forthcoming late 2003/early 2004).

  • Jakob, M., Nutter, S. (2003). Marginal costs, cost dynamics and co-benefits of energy efficiency investments in the residential buildings sector, eceee 2003 Summer Study "Time to turn down energy demand" [pdf]

  • Jakob, M., Madlener, R. (2003). Exploring Experience Curves for the Building Envelope: An Investigation for Switzerland for 1970-2020, CEPE Working Paper No. 22, March. [pdf, 417 kB]

  • Jakob M., Madlener R. (2003). Exploring Experience Curves for the Building Envelope: An Investigation for Switzerland for the Period 1975-2020, Contribution to the International Workshop "Experience Curves: A Tool for Energy Policy Analysis and Design", International Energy Agency (IEA), Paris/France, 22-24 January 2003. January.

  • Jakob M., Jochem E., Grenzkosten bei forcierten Energie-Effizienzmassnahmen, EWG-Tagung "Bauen, Sanieren - wirtschaftlich investieren", ETH Zürich, 13. September 2002.

  • Jakob M., Jochem E., Christen K. (2002). Grenzkosten bei forcierten Energieeffizienzmassnahmen bei Wohngebäuden, CEPE und HBT, ETH Zürich, Studie im Auftrag des Forschungsprogramms EWG des Bundesamts für Energie (BFE), September 2002. (pdf: Teil 1 (818 kB), Teil 2 (2.16 MB), Teil 3 (686 kB)..

  • Jakob M., Primas A., Jochem E., Erneuerungsverhalten im Bereich Wohngebäude - Auswertung des Umfrage-Pretests. CEPE Working Paper No. 9, CEPE, Zürich, Oktober 2001. [pdf, 322 kB]



5 Presentations

  • Jakob, M. (2003). Gebäudeerneuerung lohnt sich - Direkte und indirekte Nutzen bei energie-effizienten Renovationen, 9. Herbstseminar "Mehrwert schaffen dank Sanieren und Erweitern in Minergie" vom 27. November in Bern (invited talk)

  • Jochem, E., Jakob, M. (2003). Gebäudeerneuerung lohnt sich - Direkte und indirekte Nutzen bei energie-effizienten Renovationen, Pressekonferenz vom 21. November 2003, Bern

  • Jakob, M. (2003). Gebäudeerneuerung lohnt sich - Direkte und indirekte Nutzen bei energie-effizienten Renovationen - Tipps für die Praxis. EnergiePraxis-Seminare 2/2003 des AWEL's des Kantons Zürich und des Kantons GL. November, December (5 invited talks)

  • Jakob, M. (2003). Analyse économique comprehensible de l'efficacité thermique des bâtiments résidentiels. Conférence-débat " Rentabilité des mesures d'économie, d'énergie dans le bâtiment " organisé par AEC, EPFL, 14. Novembre 2003 (invited talk)

  • Jakob, M. (2003) Grenzkosten von Energie-Effizienzmassnahmen und Erneuerungsverhalten im Bereich Wohngebäude. Erfolgskontrolle der kantonalen Energiepolitik. Seminar des Departments Erfolgskontrolle vom 22. August (invited talk).

  • Jakob, M., (2003). Marginal costs, cost dynamics and co-benefits of energy efficiency investments in the residential buildings sector, eceee 2003 Summer Study "Time to turn down energy demand. 2 to 7 June, Cote d'Azur, France.

  • Jakob, M. (2003). Erneuern oder Instandsetzen verpasste oder genutzte Chancen? Energie-Aperio vom 2. April 2003 Bern (invited talk).

  • Jakob, M., Madlener, R. (2003). Exploring Experience Curves for the Building Envelope: An Investigation for Switzerland for 1970-2020, SAEE Conference on "Applied Energy Economics and Policy and Management of Energy Companies" ETH Zurich, 27 April 2003

  • Jakob M., Madlener R. (2003). Exploring Experience Curves for the Building Envelope: An Investigation for Switzerland for the Period 1975-2020, Contribution to the International Workshop "Experience Curves: A Tool for Energy Policy Analysis and Design", International Energy Agency (IEA), Paris/France, 22-24 January 2003. January

  • Jakob, M. (2003). Kosten und energetische Nutzen des energie-effizienten Bauens und Erneuerns. Talk at econtrol AG, January

  • Jakob M., Jochem E, (2002). Grenzkosten bei forcierten Energie-Effizienzmassnahmen, EWG-Tagung "Bauen, Sanieren - wirtschaftlich investieren", ETH Zürich, 13. September 2002.

  • Jochem E., Jakob M. (2002). Technische Entwicklungen zur Energieeffizienz beim Bauen und Renovieren - Erreichbares durch ganzheitliche ökonomische Bewertung der Akteure, EWG-Tagung "Bauen, Sanieren - wirtschaftlich investieren", ETH Zürich, 13. September 2002.

  • Jakob, M. (2002) Grenzkosten der Energie-Effizienz bei WohngebäudenKosten und Nutzen des energie-effizienten Bauens und Erneuerns. Energieapero des Kantons Bern vom 16. Mai

  • Jakob M. (2002). Concepts and Empirical Basis for the Dynamisation of Cost-efficiency Curves of Bottom-up Models in the Areas of Useful Energy - the Case in Point: Insulation of the Existing Building Stock, Doktorandenseminar ETH Zürich, Zürich, 22. Februar 2002.

  • Jakob, M. (2002). Kosten und Nutzen der Energie-Effizienz bei Wohngebäuden - ein differenziertes Bild, Energieapero, Agentur OKA, Bern, 6. Mai 2002.· Jakob, M. (2002). Grenzkosten für höhere Wärmedämmungen - Wo liegt die Kosten-Nutzengrenze. Fachtagung Steildach "Energie erhalten und Gewinnen", Pfäffikon, 25. April 2002.

  • Jakob M. (2002). Lernkurven am Beispiel der Gebäudetechnik, Forum Hemmnisabbau "Zukünftige Optionen für die rationelle Energienutzung",Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung (Fraunhofer-ISI), Karlsruhe, 25.-26. Februar 2002.

  • Jakob M., Jochem E., Grenzkosten bei forcierten Energie-Effizienzmassnahmen, EWG-Tagung "Bauen, Sanieren - wirtschaftlich investieren", ETH Zürich, 13. September 2002.



 

© 2000- , CEPE - Centre for Energy Policy and Economics, ETH Zürich
Last modified: 12.12.2003   Author: Webteam