Nachdem in einem ersten Projekt die Nutzen
einer Erhöhung der Restwassermengen für die Fischer
analysiert wurden, werden im zweiten Projekt zu den Auswirkungen
der Restwassermengen im Kanton Tessin die ökonomischen Folgen
einer Erhöhung der Restwasser in den Tessiner Flüssen auf die
Elektrizitätswerke und die Auswirkungen auf die Fiskaleinnahmen
des Kantons und der Gemeinden abgeschätzt.
Eine Erhöhung der Restwasser in den Flüssen verringert die Produktion
der Unternehmen, erhöht die Kosten pro produzierte kWh und verringert
die Einnahmen der Werke. Diese Veränderungen wirken sich negativ
auf den Wert der Unternehmen aus. Es stellt sich ausserdem die
Frage, ob die Einnahmenverringerung eine Gefahr für die langfristige
Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen bedeuten kann.
Im ersten Teil des Projekts werden die ökonomischen Auswirkungen
einer Erhöhung der Restwassermengen auf den Unternehmenswert geschätzt
und die Wettbewerbsfähigkeit der Elektrizitätswerke, unter Berücksichtigung
der erwarteten Entwicklungen auf den Energiemärkten, beurteilt.
Es ist vorgesehen, den Unternehmenswert mit der Methode des "Discounted
Free Cash Flow" zu messen. Diese Methode schätzt den aktuellen
Wert der Unternehmen anhand des zukünftigen (abdiskontierten)
Betriebsertrages und der -aufwands, ohne die Aufwendungen für
Abschreibungen und Rückstellungen. Die Differenz zwischen dem
Unternehmenswert bei unveränderten und erhöhten Restwassermengen
stellt die monetäre Bewertung der Auswirkungen der Erhöhung der
Restwassermengen dar.
Für die Berechnung der Unternehmenswerte sind folgende Arbeitsschritte
vorgesehen:
-
Abschätzung des Volumens einer Erhöhung der Restwassermengen,
-
Analyse der daraus entstehenden Änderungen in der Elektrizitätsproduktion,
-
Abschätzung der zeitlichen Verteilung der Ausfälle (Winter/Sommer,
peak/off peak),
-
Preisprognosen inkl. Annahmen zur zeitlichen Differenzierung
der Preise und
-
Berechnung der Ertragsausfälle.
In einem zweiten Arbeitsschritt werden die Variablen, welche
die Produktionsbedingungen bestimmen (Absatzpreise, Fiskalabgaben,
etc.), an die erwartete Entwicklung angepasst. Die Änderung der
Wettbewerbsfähigkeit soll nicht nur aufgrund einer Änderung der
Restwassermengen sondern auch aufgrund der Änderungen der übrigen
ökonomischen, politischen, ökologischen und rechtlichen Rahmenbedingungen
beurteilt werden. Dadurch können die Auswirkungen einer Änderung
der Restwassermengen im Verhältnis zu den Auswirkungen der erwarteten
Änderungen des Umfeldes beurteilt werden.
Der zweite Teil des Projekts befasst sich mit den fiskalischen
Auswirkungen auf Kantone und Gemeinden. Die Erhöhung der Restwassermengen
führt zu einer Verringerung der Wasserzinseinnahmen und, aufgrund
der Schmälerung der Erträge, der Einnahmen aus der Unternehmensbesteuerung.
Auf Grundlage der Berechnungen aus dem ersten Teil des Projektes
werden die Einbussen in den fiskalischen Einnahmen geschätzt.
Es soll aufgezeigt werden, inwiefern diese negativen Auswirkungen
für Gemeinden und Kanton durch geeignete Massnahmen abgefedert
werden sollen bzw. können.