Problemstellung
Der Gesamtenergieverbrauch der Schweiz im Jahre 1999 und in den
folgenden Jahren wird methodisch anders erhoben und nach einer
anderen Systematik dargestellt als in den Jahren zuvor. Eine Folge
davon ist insbesondere, dass es für die Wirtschaftssektoren
Industrie und Dienstleistungen keine Zeitreihen für den Energieverbrauch
und für die energiebedingten CO2-Emissionen (und weitere
Treibhausgase und Luftschadstoffe) gibt, welche die gesamte Periode
1990 bis 2002 (und folgende Jahre) abdecken.
Andererseits beziehen sich die Treibhausgas-, resp. CO2-Emissionsreduktionsziele
sowohl des Kyoto-Protokolls wie auch des CO2-Gesetzes explizit
auf die Emissionen im Jahre 1990. Eine effiziente Ausgestaltung
der Energie- und Klimapolitik bedingt eine differenzierte Aufteilung
dieser Ziele auf die verschiedenen Verbrauchergruppen unter Berücksichtigung
der "Vorleistungen" in den neunziger Jahren, der vergangenen
und erwarteten unterschiedlichen Wirtschaftsentwicklung und der
unterschiedlichen spezifischen Reduktionspotentiale. Auch um den
internationalen Monitoringstandards (z.B. Klimainventar) genügen
zu können, ist das Ausweisen der Entwicklung der Emissionen
seit 1990 in den verschiedenen Wirtschaftssektoren und einzelnen
wichtigen Untergruppen notwendig.
Zielsetzung
Im vorliegenden Projekt sollen deshalb für die Sektoren
Industrie und Dienstleistungen konsistente Zeitreihen für
den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen von 1990 bis 2002
(mit der Möglichkeit einer Fortführung in den Folgejahren)
erarbeitet werden. Die Bearbeitung erfolgt in enger Zusammenarbeit
mit Basics, welche verantwortlich für den Industriesektor
ist. CEPE ist verantwortlich für den Dienstleistungssektor.
Vorgehen
Die "Zurückrechnung" des Energieverbrauchs des
Dienstleistungssektors vom Jahre 2002 bis 1990 basiert primär
auf dem Energienachfragemodell "SERVE", das im Rahmen
der Perspektivarbeiten für das Bundesamt für Energie
entwickelt und für Perspektiven bis 2030 eingesetzt wurde.
Für kurzfristige Fragen angepasst und um ein Modul ergänzt,
das kurzfristige Variationen des Energieverbrauchs erklärt,
wird es seit einigen Jahren für die Interpretation der jährlichen
relativen Veränderung des Energieverbrauchs im Dienstleistungssektors
eingesetzt.
In Ergänzung zu dieser Rückrechnung mittels des SERVE-Modells
werden die für den Dienstleistungssektor (resp. für
das Aggregat Gewerbe, Dienstleistungen und Landwirtschaft)
ausgewiesenen
Zeitreihen 1990 - 2002 der verschiedenen Energieträger laut
Gesamtenergiestatistik auf methodische Änderungen hin überprüft.
Dazu werden Zeitreihen von individuellen Elektrizitäts- und
Gasversorgungsunternehmen
analysiert und Expertenbefragungen durchgefuehrt.